Der folgende Abschnitt ist ein Auszug aus dem Buch "Die kleine Schottlandfibel",  

Glasgow

ist mit rd. 620.000 Einwohnern die größte Stadt Schottlands. Die Stadt bietet weitaus mehr Kultur, als vermutet werden könnte. Diese Tour zeigt die schöne Innenstadt mit ihren zahlreichen Sandsteingebäuden des 18. und 19. Jahrhunderts, inzwischen großenteils vom Staub und Ruß des Industriezeitalters gereinigt, wie sie neuerdings wieder in ursprünglicher Pracht erstrahlt ist. Darüber hinaus ist Glasgow mit seinen rund 40 großartigen Galerien und Museen, 70 Parks und einem interessanten Umland attraktiv und sehr sehenswert. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in dieser Stadt genauso viele und gute, wie in irgendeiner anderen Weltstadt. Leider ist jedoch nichtt zu übersehen, daß Glasgow in weiten Teilen von der Industrie des 19. Jh. und den städtischen Auswüchsen der 60er und 70er Jahre geprägt wurde. So war es eine wirkliche Überraschung, als Glasgow 1990 zur Kulturhauptstadt Europas gewählt wurde. Dieser Stadt wurde damit eine längst überfällige Ehre zuteil, die anderen Städten wie Athen, Florenz und Amsterdam schon vorher gewährt wurde. Die viktorianischen Sandsteingebäude sind von ihrem Ruß- und Abgasmantel befreit und erscheinen seither wieder im Originalockerton oder im warmen, heimischen Rotsandstein. Die Stadt ist wieder attraktiv geworden.

Zweifellos hat Glasgow Geschichte gemacht. Die Stadt hat Höhen und Tiefen erlebt und sie hat einen für Schottland speziellen Menschenschlag geschaffen, der dazu auch noch einen sehr betonten Dialekt spricht. Diese Stadt ist stolz auf ihre Vergangenheit und präsentiert sich der oft voreingenommenen Welt mit vielen schönen Seiten und mit sehr viel Sehenswertem. Einst durchaus mit dem Rhein in seiner schlimmsten Zeit zu vergleichen, werden z.B. jetzt auch im Clyde, dem Fluß, derw diese Stadt formte und von ihr geformt wurde, heute wieder Lachse gefangen.

Der aufmerksame Besucher wird viele hochinteressante und einige weltberühmte Sehenswürdigkeiten entdecken. Dazu kommen oft grandiose Museen und ca. 40 Galerien, die dem Interessierten zum Teil noch Nulltarif am Eingang bieten. Theater, Ballett und Musik werden in modernen und schönen Häusern veranstaltet. Ein Aufenthalt in Glasgow lohnt sich schon allein wegen der ausgezeichneten Beispiele viktorianischer Baukunst und der Vielzahl großartiger Bauten in der City, zu denen ständig neue hinzukommen. Die Stadt hat sich in den letzten 30 Jahren gewaltig gewandelt. Die in der ganzen Stadt zu sehende und schon mehrfach erwähnte Architektur, alt wie neu, ist derart vielseitig, daß Glasgow kürzlich sogar zur "Stadt der Architektur 1999" gewählt wurde.

Das große Messe- und Konferenzzentrum des SECC (Scottish Exhibition and Conference Centre) mit seiner höchst eigenwilligen Architektur "Amadillo" genannt ist eines der vielen Wahrzeichen Glasgows. Direkt gegenüber und auf der anderen Seite des Clyde ist die neuste Attraktion der Stadt entstanden - das Glasgow Science Centre. Glasgow bietet eine Fülle von Sehenswertem und somit ist die folgende Aufzählung nur ein Bruchteil davon. In der Tourist Information (George Square) gibt es kostenlose Broschüren zu vielen Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen in dieser schottischen Metropole.

Stadtrundfahrten mit dem grünen Doppeldeckerbus 'Discovering Glasgow' führen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Museen.

Nach vielen Jahrhunderten, in denen Glasgow nur als kirchliches Zentrum bekannt war, faßten sich einige sehr unternehmerische und risikofreudige Kaufleute ein Herz. Vom beginnenden 18. Jh. an importierten sie Tabak aus der englischen (!) Kolonie Virginia in der Neuen Welt. Das Produkt und der Handel damit machten diese Stadt extrem reich, denn die cleveren Händler hielten bald das Tabakmonopol Europas. George Square, der heutigen Mittelpunkt Glasgows mit Queen Victoria und Prinz Albert und den anderen zwölf Statuen z.T. berühmter Schotten, wird dominiert vom Rathaus - den City Chambers. Nur ein paar Schritte weiter vom Rathaus liegt das sog. Italian Center mit Geschäften der bekanntesten Modenamen: Camice, Mondi, Gucci oder Armani etc. Das wunderschöne Wappen dieser Stadt erzählt mit seinen eigenartigen und untypischen Ornamenten die Geschichte der ersten großen Persönlichkeit und des Gründers des Ortes - St. Mungo (ca. 520-ca.612). Die Kathedrale von Glasgow wurde im späten 12. Jh. begonnen und mit dem Kirchenschiff im 14. Jh. vollendet. Die heutige Kirche wurde zum Glück auch nicht durch die Kriegseinwirkungen in Mitleidenschaft gezogen. Das Innere wurde während der Reformation jedoch um viele seiner damaligen Schätze beraubt.

Auf einem Hügel hinter der Kirche ragen die obskuren Kreuze und Monumente der sogenannte Nekropolis in den Himmel. Auf diesem, dem Pariser Père Lachaise nachempfundenen Friedhof, schuf und baute sich die städtische High-Society des 19. Jahrhunderts eigene Denkmale, Mausoleen, Katakomben usw. Die Stadt hat auch heute noch eigene Religions- und ethnische Kulturkreise. Im Versuch, die Menschen dieser verschiedenen Kulturen zu verbinden, wurde deshalb wurde im Schatten der einstigen Kathedrale das beeindruckende St. Mungo’s Museum of Religious Life and Art gebaut.

Gegenüber vom St. Mungo Museum steht das kleine Provant Lordship’s House aus dem Baujahr 1471. Es ist das älteste Haus von Glasgow und schon Mary, Queen of Scots und sogar ihr Vater sollen es besucht haben.

Einer der bekanntesten der rd. 70 Parks Glasgow ist der am Clyde gelegene sog. Glasgow Green. Auf diesem Rasen hatte James Watt seinen Geistesblitz mit dem separaten Kondensator als Grundlage für die effektivere Dampfmaschine. Der People's Palace mitten im "Glasgow’s Green" ist für die Besucher der Stadt ebenfalls ein Muß. In unmittelbarer Nähe davon steht der Gebäude, das dieser Stadt wohl mit zu der Auszeichnung verholfen hat "Stadt der Architektur 1999" zu sein. Templeton's Teppichfabrik hat für ein Industriegebäude, das es einmal war, ein wohl einzigartiges Design des venezianischen Dogen-Palasts.

Im Pollok Country Park zeigt die Burrell Collection eine der umfassendsten, interessantesten und wertvollsten Ausstellungen in Europa. Sie birgt über 8.000 teilweise einzigartige Ausstellungsstücke von antiken europäischen Kunstwerken, Möbelstücken, mittelalterlichen Glasmalereien, Teppichen bis hin zu Prachtstücken aus Ägypten, Griechenland und dem Orient sowie verschiedene Gemäldesammlungen. Alle Ausstellungsstücke stammen aus seiner Privatsammlung, die der reiche Reeder Sir William Burrell der Stadt stiftete. Das palastartige Landhaus der Maxwells liegt unweit der Burrell Collection. 1966 stifteten die Maxwells der Stadt das Gelände zusammen mit ihrem Haus Pollok House. In dem Haus werden aus der Privatsammlung von Sir William Stirling Maxwell Bilder von Goya und El Greco sowie Einrichtungsgegenstände im Original aus dem 18. Jahrhundert gezeigt. In beiden Häusern ist, wie in vielen anderen öffentlichen Museen und Galerien der Stadt und in Schottland überhaupt, der Eintritt frei!

Wunschtraum eines jeden Kinds im Manne ist aber wohl die Fahrt mit dem "letzten aktiven und immer noch seegängigen Schaufelraddampfer der Welt!" der "Waverley". Während die Damen Kaffee trinken, sollten die Herren unbedingt den Maschinenraum sehen!

In dem großen Kelvingrove Park, zu Füßen der hierher verlegten ersten Universität Glasgows (s.o.), steht eines der imposantesten Gebäude Glasgows - die Kelvingrove Art Galerie. Erbaut 1901, ist dieses Haus mit dem angeschlossenen Naturkundemuseum und den ständig wechselnden Ausstellungen mit über einer Mio. Besuchern pro Jahr die bestbesuchte, gebührenfreie Sehenswürdigkeit in Schottland. Dazu kommen gegenüber dann noch zwei z.T. viktorianische Gebäude, die aneinandergrenzen und ebenso beeindruckend sind: die Kelvingrove Halle und das anschließende, höchstinteressante und mit vielen Wundern der Technik vollgestopfte Museum of Transport (beide ebenfalls frei). In Blickweite davon liegt auf dem Hügel die hierher verlegte, 500 Jahre alte Glasgow University mit dem Glasgow University Visitor Center und dem sich anschließenden ältesten Museum der Stadt, dem Hunterian Museum aus dem Jahre 1806. Glasgow University ist zwar die älteste aber nicht die einzige Universität dieser Stadt. Die Strathclyde University und die Glasgow Caledonian University. Gegenüber der Universität werden in der Hunterian Art Gallery Gemälde von Chardin, Whistler und Rembrandt und dazu ständig wechselnde Ausstellungen von rd. 5.000 Drucken gezeigt. Ein Anbau dieser Galerie repräsentiert das Haus mit dem Schatz der Originalmöbelstücke von einem der berühmtesten Söhne der Stadt - Charles Rennie Mackintosh. Die Architektur in dieser Stadt ist derart vielseitig, daß Glasgow für das Jahr 2000 zur City of Architecture in Great Britain gewählt wurde.

...und dann bleibt nur noch die Frage:
Wann besuchen Sie dieses herrliche Land?

... und wir arbeiten weiter daran - an dieser Website !

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